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Magenspiegelung

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Magenspiegelung (Gastroskopie)

Eine Gastroskopie oder auch Magenspiegelung genannt ist eine endoskopische Untersuchung zur Diagnostik von Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts. Mittels der Untersuchungsmethode können aber auch kleinere Eingriffe oder die Entnahme von Gewebeproben durchgeführt werden.

Wissenswertes zum Thema Magenspiegelung im Überblick hier zum Nachlesen.
01
Grundlagen

Was ist eine Magenspiegelung?

Eine Magenspiegelung ist eine medizinische, endoskopische Untersuchung der oberen Teile des Verdauungstrakts. Währenddessen können Schleimhautverhältnisse von Speiseröhre (Ösophagus), Magen (Gaster) sowie der erste Abschnitt des Dünndarms und der Zwölffingerdarm (Duodenum) begutachtet werden.

Damit lassen sich Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, wie beispielsweise eine chronische Magenschleimhautentzündung, diagnostizieren. In der Regel wird eine Magenspiegelung von einem Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie durchgeführt.

Für die Untersuchung wird ein spezielles Endoskop, das sogenannte Gastroskop, verwendet, welches durch die Nase (transnasal) oder durch den Mund (transoral) eingeführt wird. Es handelt sich hierbei um einen dünnen, flexiblen Schlauch, an dessen Ende sich eine Kamera mit Kaltlichtquelle befindet und der optischen Darstellung der Schleimhaut von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm dient.

Über einen im Gastroskop eingebauten Arbeitskanal können weitere Instrumente eingeführt werden, die kleinere Eingriffe oder die Durchführung diagnostischer Biopsien erlauben.

02
Indikation

Wann wird eine Magenspiegelung durchgeführt?

Die Indikation für eine Gastroskopie wird gestellt, wenn zum Beispiel folgende Beschwerden vorliegen, die weiter abgeklärt werden sollten:

Anhaltende Oberbauchschmerzen
Wiederkehrendes Sodbrennen
Schluckbeschwerden (Dysphagie)
Unklare Durchfälle
Fortwährende Übelkeit
Ständige Blähungen
Brechreiz oder Erbrechen
Schwarzer Stuhl oder Blut im Stuhl
Bluterbrechen
Appetitlosigkeit
Unklare Gewichtsabnahme
Chronischer Husten

Auch bei Verdacht auf ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür oder Speiseröhren- oder Magenkrebs kann die Untersuchungsmethode sinnvoll sein. Ebenfalls wird eine Gastroskopie zur Kontrolle nach Magen-Operationen durchgeführt.

Eine Magenspiegelung kann auch als therapeutischer Eingriff im Rahmen der chirurgischen Endoskopie zum Einsatz kommen. So können zum Beispiel Ernährungssonden (PEG) angelegt, Polypen (Polypektomie) und frühe Karzinome (endoskopische Mukosaresektion) abgetragen werden.

Darüber hinaus lassen sich Engstellen erweitern (Bougierung, Dilatation) oder überbrücken (Stenteinlage). Dieses Verfahren ermöglicht einen direkten Zugang zum Verdauungstrakt ohne offenen chirurgischen Eingriff.

Weitere therapeutische Maßnahmen sind das Bergen von Fremdkörpern oder das Stillen von gastrointestinalen Blutungen, indem unter Sicht ein Clip gesetzt und die Blutung gestoppt werden kann.

03
Diagnostik

Was kann man bei einer Magenspiegelung sehen?

Mit dem Gastroskop kann die komplette Schleimhaut von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm eingesehen und die Schleimhautverhältnisse beurteilt werden.

Auch können bei Auffälligkeiten und Veränderungen der Schleimhaut aus allen Abschnitten über einen Arbeitskanal mittels Gewebezange Proben entnommen werden.

Diese Biopsien können in der Pathologie unter dem Mikroskop und mit bestimmten Färbungen untersucht und befundet werden.

Gewebeproben

Gereizte, rötliche Schleimhautverfärbungen können sich infolge von Entzündungen darstellen. Mittels Biopsien kann differenziert werden, ob eine bakterielle Infektion, ein Autoimmunprozess oder Krebsvorstufen vorliegen.

04
Erkrankungen

Welche Krankheiten können erkannt werden?

Eine Gastroskopie dient der Abklärung möglicher Erkrankungen des oberen Verdauungstrakts.

Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür
Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis)
Zenkerdivertikel
Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
Infektion mit Helicobacter pylori
Speiseröhrenkrebs
Magenkrebs
Schleimhautverletzungen
Gluten-Unverträglichkeit (Zöliakie)
Hernien (Zwerchfellhernie)
Ösophagusvarizen

In Bezug auf Magenschleimhautentzündungen unterscheidet man drei Typen: Gastritis Typ A, B und C.

Der Befall mit einem bestimmten Bakterium, nämlich Helicobacter pylori, ist für eine Magenschleimhautentzündung Typ B verantwortlich. Bei einer Magenspiegelung werden aus allen Abschnitten Gewebeproben entnommen und untersucht, ob das Bakterium nachgewiesen werden kann.

Beim Nachweis eines Helicobacter pylori ist eine Antibiotikagabe indiziert.

05
Vorbereitung

Magenspiegelung – Vorbereitung

Einer Magenspiegelung geht zunächst ein Aufklärungsgespräch voraus, in welchem der Ablauf der Untersuchung erklärt sowie mögliche Risiken und Komplikationen genannt werden.

Der behandelnde Arzt informiert darüber, ob blutverdünnende Arzneimittel für die Untersuchung abgesetzt oder pausiert werden müssen.

Im Gegensatz zu einer Darmspiegelung bedarf es bei einer Magenspiegelung keiner langen Vorbereitung: die Einnahme von Abführmitteln zur Darmsanierung ist für eine Magenspiegelung nicht erforderlich.

Wichtig am Untersuchungstag

Am Tag der Untersuchung nüchtern erscheinen und mindestens 6 Stunden nichts essen und ab 2 Stunden vor dem Eingriff nichts mehr trinken.

Darüber hinaus ist auf das Rauchen zu verzichten.

Ein vollständig entleerter Magen ist erforderlich, damit der Untersucher über freie Sicht auf den gesamten oberen Verdauungstrakt verfügt.

Damit das Gastroskop ohne Würgereiz eingeführt werden kann, wird der Rachen für die Untersuchung lokal betäubt; hierfür wird zum Beispiel ein Lidocain-Spray verwendet.

Über einen peripher venösen Zugang am Arm können im Notfall Medikamente injiziert werden, beispielsweise bei einem plötzlich eintretenden Blutdruckabfall.

06
Beruhigung & Narkose

Magenspiegelung – mit oder ohne Sedierung?

Eine Magenspiegelung kann mit oder ohne Sedierung stattfinden. Da eine Magenspiegelung in der Regel nicht schmerzhaft ist, wird die Untersuchung in der Regel ohne Kurznarkose, das heißt nur unter örtlicher Betäubung mittels Betäubungsspray, durchgeführt.

Bei ängstlichen und sehr nervösen Patienten kann eine medikamentöse Vorbereitung erfolgen. Vor der Untersuchung wird den Patienten ein Beruhigungsmittel verabreicht, sodass ein Dämmerzustand erzeugt wird.

Sofern eine solche Sedierung stattgefunden hat, werden die Patienten bis zu zwei Stunden nach Untersuchung noch überwacht. Außerdem sollte eine Begleitperson vor Ort sein.

Nur in Ausnahmefällen findet eine Magenspiegelung in Vollnarkose statt, zum Beispiel bei Kindern oder schwer erkrankten Patienten.

Untersuchungsweg

Durch den Mund (transoral) oder durch die Nase (transnasal) wird das Gastroskop über den Rachen durch die Speiseröhre in den Magen vorgeschoben.

07
Untersuchung

Magenspiegelung – Ablauf

01

Positionierung

Der Patient nimmt während der Untersuchung eine Linksseitenlagerung auf der Untersuchungsliege ein.

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Beißring

Erfolgt die Untersuchung durch den Mund, erhält der Patient einen Beißring, der den Mund offen hält, die Zähne schützt und das Endoskop vor Bissschäden bewahrt.

03

Einführen des Gastroskops

Der Patient muss, sofern er nicht sediert ist, schlucken, damit das Gastroskop weiter in die Speiseröhre vorgeschoben werden kann.

04

Untersuchung & Proben

Über das Gastroskop lassen sich kleine Instrumente wie eine Zange einführen, sodass eine Entnahme von Gewebe möglich ist.

05

Bildübertragung

Die Videooptik wird unmittelbar auf einen Monitor übertragen. Bei Bedarf können die aufgenommenen Bilder gespeichert und ausgedruckt werden.

Die Magenspiegelung kann auch durch die Nase erfolgen. Da Patienten die transnasale Untersuchungsmethode als weniger unangenehm empfinden, wird diese Möglichkeit immer häufiger in Betracht gezogen.

Allerdings ist dies nur möglich, wenn die Untersuchung ausschließlich aus diagnostischen Zwecken erfolgt, da über die Nase keine weiteren Instrumente eingeführt werden können.

Untersuchungsdauer 10–30 Min.

Je nach Entnahme von Gewebeproben oder therapeutischem Eingriff.

Gesamtzeit ca. 2 Std.

Inklusive Vorgespräch, Untersuchung, Nachbesprechung und Nachsorge.

Strahlenbelastung Keine

Die Untersuchung erfolgt endoskopisch und nicht mittels Röntgen- oder CT-Strahlung.

08
Patienteninformation

Ist eine Magenspiegelung schmerzhaft?

Eine Magenspiegelung ist einfach durchzuführen und bereitet in der Regel keine Schmerzen. Die Untersuchungsmethode kann vereinzelt als unangenehm empfunden, aber nicht von Schmerzen begleitet werden.

Auch die Entnahme von Gewebeproben bereitet keine Schmerzen.

09
Sicherheit

Magenspiegelung – Nebenwirkungen und Risiken

Die Magenspiegelung zählt zu den häufigsten Untersuchungen in der Gastroenterologie. Wie jeder medizinische Eingriff existieren auch hier Nebenwirkungen und Risiken.

Schäden an den Zähnen, insbesondere bei vorgeschädigten oder lockeren Zähnen
Verletzungen der Rachenhinterwand
Verletzungen des Kehlkopfs mit vorübergehender Heiserkeit
Kleinere Verletzungen der Schleimhaut
Blutungen bei Gewebeentnahmen
Sehr selten: Durchstoßung der Organwand (Perforation)

Risiken der Sedierung

  • Konzentrationsschwierigkeiten und Müdigkeit
  • Sehr selten: Störungen der Atmung oder des Herzkreislaufsystems
  • Kurzfristiges Völlegefühl, Aufstoßen oder Blähungen
  • Vorübergehendes Taubheitsgefühl im Mund durch das Betäubungsspray
10
Nachsorge

Was muss danach beachtet werden?

Nach einer Magenspiegelung können gegebenenfalls ein leichtes Völlegefühl, Aufstoßen sowie Blähungen auftreten. Diese leichten Beschwerden sind normal und der Untersuchung, bei der Luft appliziert wird, geschuldet.

Auch kann eine vorübergehende Heiserkeit auftreten. In der Regel klingen alle leichten Beschwerden schnell ab.

Nach Sedierung nicht selbst fahren

Sofern eine Magenspiegelung mit Sedierung durchgeführt worden ist, ist die Verkehrstüchtigkeit für 24 Stunden eingeschränkt. Daher darf in diesem Fall kein Auto gefahren werden. Auch dürfen keine Maschinen bedient oder wichtige Entscheidungen getroffen werden.

11
Ernährung

Wie lange darf man danach nichts essen?

Bis die lokale Betäubung im Rachen vollständig abgeklungen ist, besteht die Gefahr einer Aspiration, wenn beim Essen oder Trinken Partikel in die Lunge gelangen oder eingeatmet werden, weil der Schutzreflex aufgrund der Betäubung fehlt.

Wichtiger Hinweis

Aus diesem Grund sollte man zwei bis drei Stunden nach der Untersuchung nichts essen.

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Entlassung

Kann man direkt nach Hause?

Nach der Magenspiegelung mit Sedierung wird man zunächst noch bis zu zwei Stunden nach der Untersuchung überwacht, bis man wieder ganz wach ist.

In Einzelfällen kann es durch die Kurznarkose zu Herzrhythmusstörungen oder vorübergehend beeinträchtigter Atmung kommen. Aus diesem Grund ist eine Überwachung während und nach der Untersuchung obligat.

Direkt nach dem Aufwachen können außerdem leichte Gleichgewichtsschwankungen oder ein Benommenheitsgefühl empfunden werden. Diese sollten abklingen, bevor man nach Hause darf.

Begleitung empfohlen

Im Falle einer Magenspiegelung mit Sedierung sollte man nicht ohne Begleitung nach Hause oder alleine mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.

Es wird empfohlen, sich abholen zu lassen oder ein Taxi für den Nachhauseweg zu bestellen.

Wichtiger Hinweis

Kann man nach einer Magenspiegelung Auto fahren?

Da die Reaktionszeit verlangsamt sein kann, darf für die nächsten 24 Stunden kein Fahrzeug gefahren werden, wenn man eine Magenspiegelung mit Sedierung erhalten hat.